Europäisches Maskensymposium in Elzach

3 Tage, 13 Referenten, ein volles Haus des Gastes in Elzach: Das Erste Europäische Maskensymposium in Elzach war eine rundum gelungene Veranstaltung. Die Schuttigstadt war vor 14 Tagen Mittelpunkt der schwäbisch-alemannischen Fastnachtsforschung. Der Schwerpunkt lag dabei auf dem traditionellen Kunsthandwerk des Masken, Larven- und Schemenschnitzens. Schirmherr Roland Tibi und die beiden Organisatoren und Moderatoren Wolfgang Koch und Philipp Häßler konnten ein durchweg positives Fazit ziehen.
Den Auftakt machte am Donnerstagabend der Freiburger Volkskundler Werner Mezger: „Masken-Larven-Schemen. Anmerkungen zum Spiel mit der Unkenntlichkeit in Europa seit dem Spätmittelalter“, so der Titel seines viel beachteten Vortrages im voll besetzten Saal des Haus des Gastes. Eine Überraschung folgte im Anschluss: Aus Anlass des 80. Geburtstages des Elzacher Schnitzers Konrad Wernet überreichten Wolfgang Koch und Philipp Häßler, gemeinsam mit den Autoren, dem Jubilar eine pünktlich zum Symposium erschienene Festschrift. Für die musikalische Umrahmung sorgte die Stadtmusik Elzach.
Dass Fastnachtsvermummungen nicht ausschließlich aus Holz gefertigt werden müssen, zeigte sich gleich zu Beginn der zum Teil hochklassigen Fachvorträge ab Freitagvormittag. Jürgen Stoll (Karlsruhe) und Dominik Wunderlin (Basel) richteten ihren profunden Blick zunächst auf die Geschichte der Papplarvenherstellung, deren Herstellung u.a. in Thüringen verwurzelt ist, und deren Einfluss auf die traditionsreiche Fastnacht in Basel. Aus dem Elsass war mit Gérard Leser ein intimer Kenner der dortigen Brauchtraditionen zu Gast in Elzach. Sein Vortrag hielt er in elsässischem Dialekt. Hochkarätig repräsentiert war die Villinger Fasnet mit Traugott Wöhrlin, dem Altmeister der dortigen Schemenschnitzkunst. Er blickte er auf 350 Jahre Schemenkultur zurück. Aus Elzachs Partnerstadt Telfs gab Professor Thomas Nussbaumer tiefe Einblicke in die faszinierende Welt der Tiroler Fastnacht. Vom Co-Veranstalter, den Alemannischen Larvenfreunden, präsentierte Andreas Reutter das „Virtuelle Maskenmuseum“, ein Streifzug durch die Vielfalt der europäischen Maskenkultur, was die Larvenfreunde auf ihrer Homepage angelegt haben.
„Isch des noch ä Schuttiglarve?“ Vor dem Hintergrund dieser Frage stand der Freitagabend im Fokus der Fastnacht in Elzach. Zunftmeister Armin Becherer referierte vor voll besetzten Rängen über die Geschichte der Fasnet und über die Elzacher Larvenvielfalt. Welche Regeln gelten? Wobei handelt es sich um Althergebrachtes, wieviel Veränderung verträgt die Fasnet? Auch die darauf folgende Diskussionsrunde widmete sich schwerpunktmäßig diesen Fragen. Und die Referenten verstanden es dem interessierten Publikum ihre, durchaus unterschiedlichen Standunkte, zu vermitteln. Besetzt war die Runde profund: Werner Mezger, Schnitzer Konrad Wernet, Clemens Fuchs, Vorsitzender der Larvenfreunde, Jungschnitzer Philipp Scherrmann und Zunftmeister Armin Becherer.
Vom rückständigen Aberglauben zum immateriellen Kulturerbe der Menschheit – die Entwicklung des Schemenlaufens in Imst in Tirol beleuchtete Manfred Waltner am Samstagvormittag. Der Brauch findet nur alle vier Jahre statt und ist auch heute noch eine reine Männerangelegenheit.
Die Verbindung zwischen den Innerschweizerischen Fastnachtsbräuchen und der italienischen „Commedia dell`arte beleuchtete Andreas Winet auch Reichenburg. Dies tat er, ganz im Geiste der Veranstaltung, in Schwyzerdütsch.
Eine besondere Freude war es, den betagten, aber intimen Fastnachtskenner Martin Blümcke aus Tübingen sprechen zu hören. Er widmete sich schon vor 35 Jahren dem südwestdeutschen Schnitzwesen und seinen Schnitzern und veröffentlichte hierzu das Standartwerk „Masken und Maskenschnitzer der schwäbisch-alemannischen Fasnacht“.
In seinem provokant angelegten Vortrag kritisierte Wulf Wager die zunehmende Banalität der Fastnacht und ihre heutige Feierpraxis als Eventkultur, die sich von traditionellen Brauchformen mehr und mehr verabschiedet: „Narrentreffen sind das Krebsgeschwür der Fastnacht!“, resümierte er. „Es gibt immer mehr Hästräger, aber immer weniger Narren. Die Narren haben das Narren verlernt“. Diese Thesen wurde vom Publikum wohlwollend beklatscht.
Philosophisch wurde es bei Günter Schenk: Er warf auch einen kritischen Blick auf die jüngere Brauchgeschichte und stellte das Wesen der Vermummung in den Mittelpunkt seiner nachdenklichen Betrachtungen. Hierfür gab es lang anhaltender Applaus. Ein mehr als würdiger Abschluss.
In den Schlussworten lobten Clemens Fuchs und Schirmherr Roland Tibi die Veranstaltung. Diese suche Ihresgleichen, so Fuchs. Die eineinhalb Jahre dauernde, aufwendige Vorbereitung der beiden Initiatoren Wolfang Koch und Philipp Häßler würdigte Bürgermeister Tibi: „Was Ihr Beide auf die Beine gestellt und bewegt habt, ist unglaublich“. Einen großen Dank ging auch die vielen Helfer aus dem Heimatgeschichtlichen Arbeitskreis (HgA), die für den reibungslosen Ablauf im Haus des Gastes sorgten.
Ein Fazit formulierten unisono Gäste, Veranstalter und Referenten: Diese Veranstaltung muss eine Fortsetzung finden.

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