Josef Burger-Stiftung

Die Stadt Elzach fördert jedes Jahr mit den Zinserträgen aus dem Vermächtnis von Josef Burger junge, begabte Menschen unserer Stadt in ihrer schulischen und beruflichen, aber auch in ihrer musischen und künstlerischen Ausbildung und Entwicklung.

Die Josef-Burger-Stiftung der Stadt Elzach erfüllt damit den im Testament des Stiftungsgebers festgehaltenen Willen, dass "die Zinsen aus dem Bargeld und Sparguthaben zur Ausbildung und Förderung begabter Söhne und Töchter von Bürgern, die die dazu erforderlichen Kosten nicht aufbringen können, bis zur Vollendung des 27. Lebensjahres der Geförderten zu verwenden sind".

Viele ältere Mitbürgerinnen und Mitbürger kannten Josef Burger noch persönlich, vielen jüngeren Einwohnern unserer Stadt ist sein Name durch die gleichnamige Stiftung ein Begriff.

Wer war Josef Burger?

Stiftungsgeber Josef Burger28.12.1902 - 23.04.1987

Der "Rohrhardsberger Sepp" wie er hier in Elzach genannt wurde oder der "Schänzlewirt", als solcher er im Schwarzwald bekannt war, wurde am 28. Dezember 1902 in Elzach geboren. Seine Wiege stand in der Alfing. Er erlernte das Schreinerhandwerk und arbeitete in seinem Beruf, bis er 1932 infolge der damals herrschenden Weltwirtschaftskrise arbeitslos wurde.

Schon immer war Josef Burger ein Freund der Berge, ein begeisterter Bergsteiger und Skifahrer. So reifte in ihm und seiner 1926 angetrauten Ehefrau Anna der Gedanke, auf den einsamen Höhen des Rohrhardsberges ein Rast- und Gasthaus zu errichten, denn in weitem Umkreis war dort oben keine Herberge zu finden, nachdem das alte Ochsenwirtshaus schon jahrelang nicht mehr bewirtschaftet worden war. Verständnislos schüttelten seinerzeit seine Bürger den Kopf, denn wie konnte in dieser Bergeinsamkeit einer sein Einkommen finden? Dorthin verirrten sich doch allenthalben nur einige Beerensucherinnen. Doch Josef Burger ließ sich nicht beirren und wagte am 28. Oktober 1932 den ersten Spatenstich. Die Witterung war günstig und schon am 6. Dezember 1932 konnte das damals noch bescheidene Rasthaus aufgerichtet werden. Es erhielt den geschichtsträchtigen Namen "Zur Schwedenschanze" und erinnert an die Schanzanlagen, die letztmals im spanischen Erbfolgekrieg (1701-1714) eine strategische Bedeutung hatten. Die ersten Gäste wurden am Dreikönigstag des folgenden Jahres bewirtet.

Die damals noch spärlichen Skifreunde vermerkten es dankbar, dass in dieser Wintereinsamkeit nun eine Einkehrmöglichkeit bestand. Unermüdlich wurde am Ausbau des Hauses gearbeitet und eisern gespart, um am Sonntag den immer zahlreicheren Wandern und Gästen etwas vorsetzen zu können. Stühle und Tische für die Gaststube und die Wohnungseinrichtung schreinerte der Besitzer selbst und die vielen Schnitzereien, die heute noch in der Gastwirtschaft zu bestaunen sind, entstanden während der Winterzeit.

Bald wurde das Haus erweitert und Unterkünfte für die Skifahrer eingerichtet. Oft drohte der Schwedenschanze während den 65 Jahren ihres Bestehens Gefahr und das nicht nur durch die Naturgewalten. Auch politische Einflüsse haben ihren Bestand mehrfach bedroht.

Wer die Gaststätte Schwedenschanze heute betritt, der weiß wohl nicht, dass ihr langjähriger Besitzer Josef Burger viele Jahre lang alle Lebensmittel und die vielen Dinge des täglichen Bedarfs im Rucksack vom Tal heraufschleppen musste und dass erst 1948 das Haus an die Stromversorgung und 10 Jahre später an das Telefonnetz angeschlossen wurde. Welche Naturverbundenheit Josef Burger beseelte, kann nur der ermessen, dem bewusst ist, was es bedeutet, in dieser Höhenlage den Naturgewalten, Gewittern und Schneestürmen ausgesetzt zu sein.

Gaststätte Schwedenschanze

Ein gütiges Geschick hat das Anwesen oft vor Schaden bewahrt. Das dritte Reich war dem Besitzer Josef Burger nicht wohlgesonnen. Unter dem Vorwand, kirchlichen Organisationen Unterschlupf zu gewähren, sollte die Schwedenschanze politischen Zwecken dienen. Nur der ausbrechende zweite Weltkrieg verhinderte Maßnahmen, die einer Enteignung gleichgekommen wären. Nach dem Krieg hat mancher Heimkehrer vom "Burger Sepp" nicht nur ein Vesper bekommen, sondern dort zuerst erfahren, wie es daheim aussieht. Das Gästebuch enthält viele Einträge von Menschen, die in der schweren Kriegs- und Nachkriegszeit auf der Schwedenschanze Hilfe erfahren haben.

Der Schänzlewirt Josef Burger war auch schon ein Natur- und Umweltschützer, als diese Bezeichnung noch gar nicht erfunden war. Oft sammelte er Papier und Flaschen auf, die gedankenlose Zeitgenossen auf der Bergkuppe zurückgelassen hatten. Seine Verdienste um Natur und Umwelt sind nicht zuletzt in den Ehrenurkunden des Schwarzwaldvereins und der Bergwacht dokumentiert, die in Josef Burger einen treuen Sachwalter hatten. Nur harte Arbeit und zähe Ausdauer konnte dies alles unter oft widrigen Umständen schaffen. Josef Burger, der in all den Jahren Bürger seiner Heimatstadt Elzach geblieben ist, war der Hüter des Rohrhardsberges, dessen Bergkuppe vor über 200 Jahren noch ganz der Stadt Elzach gehörte.

Das Vermächtnis

In seinem Testament vom 24. Mai 1983 setzte Josef Burger die Stadtgemeinde Elzach zu seinem Alleinerbe ein. Das Testament enthält Vermächtnisse und Untervermächtnisse, die die Weiterführung der Gaststätte "Zur Schwedenschanze" sichern. Ein wichtiges Anliegen schien Josef Burger die Förderung junger, begabter Mitbürgerinnen und Mitbürger gewesen zu sein, denn wie sonst hätte er in seinem Testament als Vermächtnis folgende Verfügung getroffen:

"Zinsen aus dem Bargeld und Sparguthaben sind zur Ausbildung und Förderung begabter Söhne und Töchter von Bürgern..., die die dazu erforderlichen Kosten nicht aufbringen können bis zur Vollendung des 27. Lebensjahres der Geförderten zu verwenden."

Mit dieser Bestimmung hat Josef Burger den Grundstein zu der heute nach seinem Namen benannten Josef Burger-Stiftung gelegt, aus der im Sinne des Stiftungsgebers jedes Jahr junge begabte Einwohner unserer Stadt gefördert werden.

Josef Burger verstarb am 23. April 1987 in der "Schwedenschanze" auf dem Rohrhardsberg und fand auf dem Elzacher Friedhof seine letzte Ruhestätte.

Quellenangaben:
Pressebeiträge von Josef Weber zum 75. und 80. Geburtstag von Josef Burger, veröffentlicht in der Badischen Zeitung vom 28. Dezember 1977 und 14. Dezember 1982.

Förderantrag

Antragsformular Begabtenförderung (182 KB)

Richtlinien für die Begabtenförderung der Stadt Elzach aus der Josef Burger-Stiftung (2,2 MB)
 
Anträge auf laufende Förderung aus der Josef-Burger-Stiftung sind bis spätestens 30.09. des jeweiligen Jahres einzureichen.
 


Ihr Kontakt zur Stadtverwaltung

Marlies Schill
Rathaus - Zi. 4
Hauptstraße 69
79215 Elzach
Telefon 07682 / 804-22
Fax 07682 / 804-822